Nachbereitung – zweite PEGIDA-Demonstration in Dresden

28/10/2014

von Gumbel

An sich gibt es zur zweiten PEGIDA-Demonstration nicht viel mehr zu schreiben als zur ersten, die Analyse des Aufmarschs bleibt der Gleiche. Wie zu erwarten durch den Erfolg von letzter Woche nahm die Teilnehmer_innenzahl zu und stieg auf 500. Dennoch wurde damit nur die Häflte dessen erreicht, was angemeldet wurde. Gegenproteste waren auch wie letzte Woche marginal, deswegen nach kurzem Anschauen der PEGIDA-Demonstration entschied mensch sich, wieder nach Hause zu fahren. Eine gute Zusammenfassung findet sich bei addn.me, auf die ich an der Stelle gern verweise und die wohl auch näher dran waren um die Redebeiträge zu hören, denn diese waren kaum vernehmbar außerhalb.

Zwei Dinge sind aber zu beachten. Aufgrund der Auseinandersetzungen in Köln durch die HoGeSa-Demonstration war gestern ein weit aus größeres Polizeiaufgebot vor Ort als vor einer Woche. Interessant wäre dahingehend die Einschätzung der Lage vonseiten der Polizei gewesen.

Das andere betrifft die Demonstration selbst. Zwar konnten, wie schon gesagt, nochmals mehr Leute mobilisiert werden, aber es bleibt abzuwarten, wo die Reise hingehen wird, denn Demonstrationen bleiben egal von welcher Seite immer Symbolpolitik und ob darüber insgesamt festere Strukturen aufgebaut werden können, bleibt fraglich. Außerdem wirken ritualisierte Akte in Form von Kundgebungen und Demonstrationen in so kurzen Abständen irgendwann ermüdend (gut zu beobachten bei den so genannten Mahnwachen, die jetzt eher versuchen, Brückenschläge Richtung klassischer Friedensbewegung aufzubauen, nach dem der Schwung weg ist). Auch gab es keine Übergriffe wie letzte Woche, dass sorgte dann doch für schlechte Publicity und diesmal war der Veranstalter darauf bedacht, für Ruhe und Ordnung in den eigenen Reihen zu sorgen.

Ansonsten gibt es in Dresden dahingehend kein Konzept von linker Seite, wie mit der PEGIDA-Demonstration umgegangen werden soll, was sich in dem Aufgebot dessen zeigte, wer vor Ort war. Möglich auch, dass gestern ein Großteil in Ottendorf-Okrilla unterwegs war wegen einer Demonstration, die sich gegen eine geplante Asylunterkunft richtete. Alles in allem fast eine Wiederholung von letzter Woche. Und PEGIDA hat für den nächsten Montag die dritte Demonstration angekündigt.

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