Deutsche Israelfreunde und andere Antisemiten

13/04/2012

Von Gumbel

„Die Fähigkeit der Juden, sich selbst zu verteidigen und damit ihre Vernichtung zu verhindern, raubt dem Moral-Guru aus Lübeck den Schlaf.“ – Ari Shavit

 

In den letzten Wochen gab es in dem ansonsten ereignisarmen Frühjahr 2012 eine geballte Welle von Israelhass und Antisemitismus. An sich ist dieser Zustand nichts Neues in dem Rechtsnachfolger des NS-Staates, aber selten kamen derlei Aussagen von renommierten Personen aus Politik und Kunst in so kurzer Abfolge und auch außerhalb Deutschlands gab es Aussagen, die die gleiche Stoßrichtung hatten. Neben dem nicht nur inhaltlich fragwürdigen, sondern auch stilistisch schlechten Gedicht von dem ehemaligen Mitglied der Waffen-SS Günter Grass, ging eine Aussage, die einige Wochen davor geäußert wurde, weitgehend wieder unter. Die Rede ist von Sigmar Gabriel, seines Zeichens SPD-Vorsitzender, der Israel einen Apartheitstaat nannte. Israels Reaktion darauf wäre einen eigenen Beitrag wert, denn das Einreiseverbot ist nicht unumstritten in der israelischen Gesellschaft und Öffentlichkeit.

Der Fokus liegt aber auf Gabriel und Grass, die sich als „Israelfreunde“ verstehen. Der Zweite inszenierte sich zudem als Tabubrecher. Beides hat durchaus eine deutsche Tradition.

Wenn Deutsche sich selbst als „Israelfreunde“ bezeichnen, dann ist damit oftmals nichts anderes gemeint, als dem jüdischen Staat aus deutscher Sicht zu sagen, was er zu tun und zu lassen hat. Diese Sicht speist sich aus der selbstgefälligen Annahme, aus der eigenen Geschichte gelernt zu haben, d.h. das Auschwitz durch Aufarbeitung gesühnt worden wäre und sich daraus eine moralische Überlegenheit aus 6 Millionen ermordeten Juden und Jüdinnen für den deutschen Volksgeist ergäbe. Für einen Teil wird der eigene Antisemitismus dadurch neu reaktiviert, denn der Versuch der Bewältigung und der Normalisierung wird immer wieder durch die Existenz Israels bedroht. Dessen Gründung 1948 aufgrund der Shoa und dem darin enthaltenen Selbstverständnis, Juden und Jüdinnen gegen alle Bedrohungen zu schützen, sprich wehrhaft zu sein, steht der deutschen Vergangenheitsbewältigung immer wieder im Weg. Es ist die dauerhafte Erinnerung an den eben von Deutschen industriell betriebenen Massenmord, die eine Versöhnung mit der eigenen Geschichte verhindert. Und dieser Umstand projiziert den immer noch vorhandenen Antisemitismus auf den jüdischen Staat, denn wiederum erinnern Juden und Jüdinnen an Auschwitz, aber zugleich daran, dass sie sich heutzutage nicht noch mal zur Schlachtbank führen lassen.

Weil aber der antisemitische Wahn mehrheitsgesellschaftlich nicht offen, sondern nur verklausuliert ausgesprochen werden kann, stilisieren sich nicht wenige zu „Israelfreunden“. Darüber wird der eigene Unmut, z.T. der verdrängte Hass mithilfe einer angeblichen Kritik an israelischen Verhältnissen, die es ja nur gut meint, geäußert, die letztlich bewusst oder unbewusst auf die Delegitimierung des jüdischen Staates abzielt. Oftmals wird dabei kollektiviert und tendenziös verallgemeinert. Zudem offenbaren solche Aussagen, dass über den deutschen antisemitischen Wahn keine weitgehende bzw. tief greifende Reflexion stattgefunden hat. Es wäre verkürzt, alle Personen, die so etwas äußern, als Antisemit_innen zu bezeichnen, aber unzweifelhaft bedienen alle Ressentiments und tragen zu einer Legitimierung von Antisemitismus bei, der ohnehin gesellschaftlich weit verbreitet ist, aber so wieder offen geäußert werden kann.

Bezeichnend dafür ist die angesprochene Äußerung von Sigmar Gabriel. Anstatt berechtigt Teile der Siedlerbewegung als Rassisten wahrzunehmen, die in Israel selbst nur einen kleinen Teil der facettenreichen israelischen Gesellschaft ausmachen, wurde daraus bei Gabriel ein Kollektiv in Form eines Apartheitstaats konstruiert. Das Deutsche meistens nur vom Kollektiv und nicht vom Individuum reden können, sei hier nur am Rande erwähnt. Viel wichtiger in dem Zusammenhang ist, dass Gabriel seine Aussage als wohlgemeinten Hinweis an Israel und dessen Pflicht, Bürger- und Menschenrechte einzuhalten, gesehen hat, was auch seine halbherzige Entschuldigung im Nachgang aufzeigt. Das er mit so einer Darstellung zur Delegitimierung des jüdischen Staates beiträgt, interessiert Gabriel nicht, genauso wenig, dass er damit all jenen Antisemit_innen in die Karten spielt, die schon immer auf die Auslöschung Israels und der Juden und Jüdinnen im Ganzen abgezielt haben.

Und nicht anders verhält es sich bei Grass, der sich unverblümt die Fakten so zu Recht legt bzw. verdreht, wie er sie braucht. Das Gedicht ist dabei nur der vorläufige Höhepunkt hinsichtlich antisemitischer Äußerungen und Ressentiments. Israel wird als Atommachtbedrohung für den Weltfrieden gesehen. Kein Wort über die Atommächte Indien und Pakistan, zwischen denen es schon seit Jahren starke Spannungen gibt oder über den Gegenpol in seinem Gedicht, der Fast-Atommacht Iran, dessen Präsident bei Grass nur ein Maulheld darstellt, obwohl er in regelmäßigen Abständen die Shoa leugnet oder unverhohlen zur Vernichtung Israels aufruft. Darauf geht Grass gar nicht ein, auch nicht auf die Zustände im Iran selbst, in dem Frauen, die sich gegen die Sharia auflehnen, gesteinigt und Homosexuelle gehängt werden. Es ist die unsägliche Verteidigung einer klerikal-faschistischen Diktatur, deren Machthaber als die islamistischen Erben des nationalsozialistischen Antisemitismus angesehen werden können. Aber auch Grass versteht sich als deutscher „Israelfreund“, der es eben nur gut meint.

Zum Glück hat Israel noch nie auf seine deutschen „Freunde“ gehört, denn dann würde es heute wahrscheinlich nicht mehr existieren. Gerade die beiden genannten Äußerungen haben in Deutschland zudem aufgezeigt, das es beim Antisemitismus schnell eine deutsche Querfrontbildung gibt. Deswegen kann es kaum verwundern, dass der Applaus gerade für Grass nicht nur aus der deutschen Friedensbewegung und Teilen der SPD und Die Linke über verschiedenen Kommentatoren von Zeitungen kam, sondern auch von rechtsgerichteten Kräften bis hin zur NPD. Bei Antisemitismus, als getarnter Israelkritik, gilt dann doch wieder die alte Wilhelminische Ansage, dass es da keine Parteien, sondern nur noch Deutsche gibt. Das liegt nicht zuletzt am erwähnten angeblichen Tabubruch, der behauptet, es wäre nicht möglich, eine Israelkritik in Deutschland vorbringen zu können. Das sich in der deutschen Medienlandschaft regelmäßig  ein Beitrag zu Israel und der dazugehörigen verkürzten Sicht einer Gewaltspirale, vor allem bezüglich der Araber_innen in der Westbank und im Gazastreifen, findet, wird gewissenlicht übergangen und ausgeblendet. Es geht um die Selbststilisierung als Opfer einer Medienkampagne durch die Mehrheit der Presse, die Grass angeblich zum Schweigen bringen will. Auch das ist nichts anderes als die Reaktivierung eines antisemitischen Ressentiments. Das Durchbrechen des Schweigens wird gleichgesetzt mit einem Wahrheitsanspruch, den Juden und Jüdinnen nicht gern hören würden und deshalb alles unternähmen, um eben dies zu verhindern.

In Deutschland hat sich in den letzten Wochen eine neuerliche Welle von antisemitischen Äußerungen niedergeschlagen, wobei eben von linker Seite nicht nur geschwiegen wird, sondern Teile davon sich der Laudatio für Grass und anderen antisemitischen Ausfällen angeschlossen haben. Da verwundert es nicht, dass der jetzige Zustand nicht von linker Seite, sondern von Henryk M. Broder, einem Ex-Linken und zugleich umstrittenen Person passend auf den Punkt gebracht worden ist: „Antisemitismus fängt bei sechs Millionen toten Juden an. Alles drunter ist Friedenspolitik.“

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6 Antworten to “Deutsche Israelfreunde und andere Antisemiten”

  1. Willi said

    Nehmen wir mal an, Stalin hat einen Fehler gemacht, nämlich, dass auch er der Anerkennung des Staates Israel zugestimmt hat. Damit begann der
    Landraub an dem palästinensischen Volk.
    Würde es nun zu einer Ein Staaten Lösung (Palästina) kommen,
    hätten wir auch nicht mehr das Problem mit den Antideutschen
    und anderen Pseudolinken Bellizisten der Iserraellobby.
    Darf mensch darüber nachdenken oder ist er dann auch schon
    ein Antisemit ?

  2. Zeitzeuge said

    Es ist mir allemal lieber, Broder definiert Antisemitismus, bevor die Debatte beginnt, als mir von Grass eine moralische Haltung verordnen zu lassen, die krampfhaft seiner Biografie besondere Weihe verleihen will. Die Unterstellung, man dürfe als Deutscher keine Kritik an der Politik einer israelischen Regierung üben, ist falsch und perfide.

  3. provinzis said

    Von Gumbel:

    @ Willi: Mal wieder der typische antiimperialistische Beisreflex, der selbst antisemitische Ressentiments in sich trägt.
    Wer schon Stalin anführt, kann nur Anhänger_in des kruden Marxismus-Leninismus sein, der vor allem keine Individuen, sondern nur Kollektive/Völker kennt, wie ich es dem Beitrag entnehme.
    Und wer für eine Einstaatenlösung plädiert, kann auch gleich unverhohlen die Vernichtung von Juden und Jüdinnen fordern, denn auf nichts anderes würde so was hinauslaufen. Und aus emanzipativer Sicht ist nicht die Zwei-Staatenlösung das Ziel, sondern die herrschaftsfreie (sprich staatenlose Gesellschaft, was die Antiimps noch nie kapiert haben, mit ihrem 45 Jahre langen Staatskapitalismus im Ostblock und ihrem Geseiere von „sozialistischen“ Staaten) und klassenlose Gesellschaft.

    @ Zeitzeuge: Zitiert habe ich Broder, weil es, wie im Text gesagt wird, sehr passend finde. Wenn es aber um eine klare und wissenschaftliche Analyse von Antisemitsmus geht, würde ich mich nicht auf Broder berufen, sondern als Einstieg zuallerst auf folgende zwei Titel verweisen:
    Haury, Thomas: Antisemitismus von links. Kommunistische Ideologie, Nationalismus und Antizionismus in der frühen DDR, Hamburg 2002.
    Holz, Klaus: Nationaler Antisemitismus. Wissenssoziologie einer Weltanschauung, Hamburg 2001.
    Ich unterstelle in dem Text im Übrigen gar nichts, sondern weise auf ein schwerwiegendes Problem bei deutscher Israelkritik hin, nämlich auf die doppelten moralischen Standards und die schon bei einigen „Kritikern“ gewordene Obsession hinsichtlich dem jüdischen Staat.
    Das betrifft beispielsweise die Kritik aus den Reihen der deutschen Friedensbewegung. Deren Antisemitismus, der im übrigen auch mit einem Antiamerikanismus zusammen auftreten kann, schweigt mehrheitlich zu Menschenrechtsverletzungen in afrikanischen oder arabischen Diktaturen.
    Das bürgerliche Demokratien, wie auch Israel eine ist, kritisiert werden können, ist richtig, zumal es eben auch ein Herrschaftsverhältnis von Menschen über Menschen ist und eben dementsprechend bspw. Rassismus und Nationalismus (re)produziert. Deshalb kann eine Kritik daran letztlich immer nur eine Staatskritik sein, wenn sie es ernst meint. Alles andere läuft ins Leere oder im Falle des jüdischen Staates wird sie tendenziös.
    Um in diesem Zusammenhang noch mal Broder abschließend zu zitieren: „[…] Der Antizionist hat die gleiche Einstellung zu Israel wie der Antisemit zum Juden. Er stört sich nicht daran, was Israel macht oder unterlässt, sondern daran, dass es Israel gibt. Und deswegen beteiligt er sich so leidenschaftlich an Debatten über eine Lösung der Palästina-Frage, die für Israel eine Endlösung bedeuten könnte, während ihn die Zustände in Darfur, in Zimbabwe, im Kongo und in Kambodscha kalt lassen, weil dort keine Juden involviert sind. […]“

  4. dieweinendevernunft said

    Der Artikel bringt es auf den Punkt, und die oben genannte Doppelmoral trifft auch auf zahlreiche „Friedensorganisationen“ in Deutschland und International zu

  5. juten-tach said

    Ich frage mich manchmal, ob es überhaupt eine Form von Kritik an Methoden und Handeln der israelischen Regierung gibt, ohne gleich als Antisemit zu gelten oder vorgeworfen zu bekommen, dem Staat Israel die Legitimierung abzuerkennen.
    Mir missfällt die Tatsache, dass hier zu einseitig argumentiert wird. Nein, ich stelle mich nicht auf die Seite von Grass und Co.Auch er ist zu einseitig, zu unglaubwürdig aufgrund seines Verhaltens und seinem Versuch seine Biografie unbehelligt zu lassen. Aber ich habe gelernt Konflikte von allen beteiligten Seiten aus zu sehen und zu versuchen diese auch nachzuvollziehen.
    Daher sollten wir uns auch nicht anmaßen, einen Konflikt zu beurteilen, der seit Jahrhunderten schwelt, der auf Religion und wirtschaftlichem Interesse beruht und Futter und Basis für Fundamentalismus auf allen beteiligten Seiten beherbergt.
    Israel verletzt ebenso Menschenrechte wie viele andere Staaten auch in diesem Konflikt und anderswo. Menschenrechte sollten die Grundlage für unser handeln und urteilen sein. Und bitte, Religionen aller Art haben in vielerlei Hinsicht den Hang zur Vernachlässigung und Beschneidung der Menschenrechte.

    Ich weiß nun nicht, inwiefern der Autor dieses Artikels sich selbst ein Bild der Zustände in diesem Krisengebiet gemacht hat, inwiefern er Tausende Kilometer entfernt sich ein Urteil auf Basis von Texten und anderer Medien macht, inwiefern er überhaupt offen für wertfreies Hinterfragen ist.
    Mir persönlich ist es einfach zu monoton. Jeder Kritik wird von vornherein eine antisemitische Absicht vorgeworfen. Sicherlich werde auch ich diesen Vorwurf zu hören bekommen, aber ehrlich gesagt, mich kümmert es sehr wenig. Ich weiß das es richtig ist solche Konflikte immer und immer wieder zu hinterfragen. Alle Hintergründe mit einzubeziehen und sich nicht nur auf unsere geschichtlichen Schandtaten zu beruhen. Ja ich fühle mich schuldig, was unsere Gesellschaft vor ca. 70 Jahren getan hat, wie unsere Gesellschaft auch heute noch versucht sich dessen krampfhaft nicht immer bewusst zu werden, aber ich bin es ebenso Leid mich selbst dafür verantwortlich zu machen und somit fundamentalistischen Regierungen in den Arsch zu kriechen und indirekt somit für weitere heutige Menschenrechtsverletztungen zu plädieren.

    • provinzis said

      Von Gumbel:

      „Ich frage mich manchmal, ob es überhaupt eine Form von Kritik an Methoden und Handeln der israelischen Regierung gibt, ohne gleich als Antisemit zu gelten oder vorgeworfen zu bekommen, dem Staat Israel die Legitimierung abzuerkennen.“ Wo wird das im Text unterstellt? Anstatt auf die jeweiligen Stellen konkret Bezug zu nehmen bzw. die Kritik daran abzuarbeiten, wird mal wieder in der alten Mottenkiste rumgekrammt und sich moralisch entrüstet, als ob ein Tabu herrschen würde, denn genau dieses herrscht eben nicht, wie sich an Grass oder Gabriels Aussage gezeigt hat. Insbesondere der Punkt mit dem Anmaßen, wo die Moralkeule geschwungen wird. Das wäre das Gleiche, als würde man einem Geisteswissenschaftler untersagen, zu forschen, bloß weil es nicht regionalgeschichtlich wäre.
      Erstens schwellt dieser so genannte Konflikt nicht seit Jahrhunderten, sondern ist ein Produkt Ende des 19. und 20. Jahrhunderts, sozusagen noch relativ jung und hat an Dynamik und Radikalität erst in den 1910er und 1920er Jahren zugenommen. Genauso falsch ist die Behauptung, der Konflikt wäre nur religiöser und wirtschaftlicher Natur. Den Zionist_Innen ging es um den Aufbau einer jüdischen Heimstätte. Dafür hatte sich man für das britische Mandatsgebiet im Nahen Osten entschieden, weil es pragmatisch war, denn kulturell, politisch und auch religiös schien es die naheliegenste Lösung. Das dabei Fehler gemacht wurden, das bestreitet auch niemand, bspw. das kein Ausgleich mit dem Großteil der Araber_Innen getätigt wurde (das Land, was abgekauft wurde, gehörte fast ausschließlich arabischen Großgrundbesitzern, denen oftmals eine große Zahl an Bauern unterstand. Zum Teil herrschten noch feudale Formen vor. Durch den Verkauf verloren die arabischen Bauern ihr Land, was von zionistischer Seite übersehen oder ignoriert wurde) und man noch im europäischen Denken verhaftet, dachte, die Menschen würden das Neue aufgrund des Fortschritts widerstandslos übernehmen.
      Auch der Satz: „Israel verletzt ebenso Menschenrechte wie viele andere Staaten auch in diesem Konflikt und anderswo. Menschenrechte sollten die Grundlage für unser handeln und urteilen sein. Und bitte, Religionen aller Art haben in vielerlei Hinsicht den Hang zur Vernachlässigung und Beschneidung der Menschenrechte.“ Was soll mit dem Allgemeinplatz ausgesagt werden? Das Israel Menschenrechte verletzt, wie jeder andere Staat auch? Genau das meint Delegitimierung des israelischen Staates, denn es ist ein Unterschied, wenn eine Demokratie dazu angehalten werden kann, Menschenrechte einzuhalten, als bspw. im Iran Homosexuelle gehängt und Frauen gesteinigt werden auf Grundlage der Sharia. Anstatt so blauäugig das Ideal der Menschenrechte im Hinblick auf Israel zu propagieren, wie wäre es mal mit einer Kritik an den Zuständen der arabischen Staaten, denn davon liest man bei Ihnen ja nichts.
      „Ich weiß nun nicht, inwiefern der Autor dieses Artikels sich selbst ein Bild der Zustände in diesem Krisengebiet gemacht hat, inwiefern er Tausende Kilometer entfernt sich ein Urteil auf Basis von Texten und anderer Medien macht, inwiefern er überhaupt offen für wertfreies Hinterfragen ist.“ Erstens ist das eine Unterstellung und zweitens ein Offenbarungseid, wenn man selbst keine Argumente vorzuweisen hat. Als würde ein umfassendes Bild eine subjektive Wahrnehmung vor Ort verlangen. Von Reflexionsvermögen und Abstraktion scheinen Sie mir noch nichts gehört zu haben. Zweitens gibt es keine Wertfreiheit- oder neutralität, denn schon wenn ich mir Fakten zur Hand nehme und interpretiere, geht damit auch eine Wertung mit ein bspw. wieviel Glauben schenke ich der Quelle, ist sie zuverlässig, ist sie aussagekräftig usw. Wer Wertfreiheit fordert, versucht sich nur um eine eigene Positionierung zu drücken bzw. hat noch nie etwas mit wissenschaftlicher Arbeit im Bereich der Geisteswissenschaften zu tun gehabt. Das zeigt mir eben schon, wie ganz oben schon erläutert wurde, dass Sie ihre Kritik nicht am konkreten Gegenstand abarbeiten können, sondern hier Ihre Meinung (Merke: Meinung ist nicht gleich Argumentation) darlegen.
      Bezeichnend ist im Übrigen ihr letzter Satz. Ums mal mit Zvi Rex sagen: „Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen.” Zumindest klingt das bei Ihnen stark an, wenn Sie ein Kritikverbot aufgrund von Auschwitz sehen.

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