von Gumbel

Es war eine Posse in drei Akten um die Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – der Hass auf Juden in Europa“ und zugleich ein Lehrstück wie heutiger Antisemitismus und seine Abwehr im „hellen“ Deutschland funktionieren. Zudem offenbarte es im Land des „verwalteten Sachverstands“ (Wolfgang Pohrt), dass (vermeintliche) Experten[1] nur dann Sendeberechtigung haben, wenn sie dem Diskurs genehm sind, d.h. diese Einübung gegenseitiger geistiger Verelendung wo Kritik mit Konformität verwechselt wird, eben als solche infrage stellen oder sich nicht daran beteiligen wollen. Hinzu kommt noch die Ebene eines „liberalen Populismus“ (Bernd Stegemann), bei welchem die hierbei auftretenden Herrschaftsverhältnisse im Kampf um die Deutungshoheit verschleiert werden sollen und auf die am Ende nochmals gesondert eingegangen wird.

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Von Gumbel

  15 Jahre und leider kein Ende in Sicht: Der kulturalistische Höhepunkt und die zugleich praktisch gewordene Aufklärungsresistenz in Pirna, unter dem Namen „Markt der Kulturen“ (MdK) bekannt, öffnete am 20. Mai wieder seine Pforten. Wie für Jubiläen üblich, mögen sie auch noch so abgeschmackt sein, ließen sich die Organisator_innen besondere Schmankerl nicht nehmen. Dementsprechend das Elend in zwei Akten.

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Islamkritik

Von Andros

  Dieses Verbotsschild klebt mit der Unterschrift „indecent Behavior“, was so viel meint wie „unanständiges Verhalten“, in den Bahnen von Kuala Lumpur, der Hauptstadt von Malaysia. Hier stehen auch die Petronas Towers, welche bis 2004 als die höchsten Gebäude der Welt galten. Solche Gegensätze zwischen dem Streben nach westlichen Maßstäben und reaktionärer Ideologie haben mich zum Nachdenken gebracht und jetzt, nachdem ich wieder einige Zeit in Deutschland bin, halte ich es für angebracht darüber zu schreiben.

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Von Gumbel

  Am 16.04. ließ der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan seine Landsleute per Referendum über das Präsidialsystem abstimmen, welches ihm noch weitere Machtbefugnisse und ganz im Stile der Weimarer Republik Herrschaft per Dekret ermöglichen sollte. Einher geht dies mit einer faktischen Entmachtung des Parlaments. Dem Ganzen ging über Monate seit dem Putsch vom 15. und 16. Juli 2016 eine offene Verfolgungswelle mit Inhaftierungen und Folterungen sowie im öffentlichen Sektor eine massive Entlassungswelle voran.

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von Gumbel

  Bereits zum 72. Mal jährt sich nun bereits die Bombardierung Dresdens. Das Gedenken hat innerhalb der letzten Jahre eine Transformation vollzogen, welche aber nur Form und nicht den Inhalt berührt. Im Gegensatz zu zwei Jahren PEGIDA, die nur noch ein bestimmtes Klientel anziehen, steht der 13. Februar als eine Art Konsensveranstaltung allen offen, die sich einbringen möchten, egal ob als traditionalistischer Trachtenumzug oder im vermeintlich kritischen Sinne, Dresdens Rolle während des Nationalsozialismus zu benennen und damit der Stadt das Feigenblatt der Aufgeklärtheit zu verleihen. Das Deutsche Ideologie längst zum Exportschlager firmiert ist und keine Grenzen mehr kennt, lässt sich auch am Versöhnungskitsch in der sächsischen Landeshauptstadt dieses Jahr beobachten.

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Von Gumbel

  Am Wochenende fand in Magdeburg der Parteitag der LINKEN statt. Den wirklichen Höhepunkt während der Veranstaltung stellte eine Tortenattacke auf die Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht dar. Im Nachgang bekannte sich eine antifaschistische Initiative „Torten gegen Menschenfeinde“ zum Wurf. Aufgrund der Vorkommnisse lohnt sich eine Bestandsaufnahme.

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Von Gumbel

  Am 28.05. war es wieder soweit. Zum 14. Mal wurde in Pirna der „Markt der Kulturen“ veranstaltet. Und wer glaubte, dass es nicht noch schlechter ginge als die letzten Jahre, wurde in der Zone wieder eines Besseren belehrt. Anstatt wie die Jahre zuvor nur einen Tag für das aufzuwenden, was Deutsche als Kultur[1] charakterisieren, gab es diesmal ein Rahmenprogramm von Mittwoch bis Sonntag.

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von Gumbel

  Am 27.01.2016 wurde auch in Pirna wie jedes Jahr an die Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Obwohl in einer sächsischen Kleinstadt allgemein die Erwartungen an die Redeinhalte nicht sonderlich hoch sind, waren diejenigen des Oberbürgermeisters die letzten Jahre ein Schimmer der Aufklärung, gerade unter den Voraussetzungen der sächsischen Verhältnisse. Dieses Jahr stellte aber das Landratsamt den Redner, der es in seinem Beitrag schaffte, sogar hinter die ideologische Linie des damals unter rot-grüner Regierungskoalition angestoßenen Aufstands der Anständigen in Verbindung mit dem „Lernen“ aus der deutschen Geschichte zurückzufallen.[1]

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von Gumbel

Am 15. und 16. Januar hatte das Bündnis „Nazifrei – Dresden stellt sich quer“, besser bekannt unter dem Namen Dresden Nazifrei, zu einer Strategiekonferenz in die sächsische Landeshauptstadt am Hörsaalzentrum (HSZ) der TU eingeladen. Bereits im Ankündigungstext wurden als Gründe vor allem die seit über einen Jahr stattfindenden Demonstrationen von PEGIDA und das allgemein rassistische Klima in Sachsen genannt. Zugleich verwies man in diesem Zusammenhang auf die weitgehend marginalisierten Gegenproteste. Somit sollte die Konferenz zweierlei erfüllen: PEGIDA zu kontextualisieren und neue Strategien für praktische Interventionen zu schaffen. Trotz geringer Erwartungen gab es bei mir zugleich die ehrliche Hoffnung, dass eventuell eine selbstkritische Aufarbeitung der letzten eineinhalb Jahre stattfinden könnte. Nach einem Blick ins Programm meldete ich mich schließlich zur Konferenz an.

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Von Gumbel

  Am 24.12.2015 gab das sich selbst als kommunistisch verstehende …umsGanze-Bündnis eine Einladung für ein Treffen Ende Januar an die radikale Linke heraus. Es ist als Gesprächsangebot an Antifa- und Antira-Gruppen zu lesen, um über die aktuelle Lage in Deutschland und Europa zu beraten. Auffallend an dem Artikel ist vor allem die Tatsache, wie groß die Diskrepanz zwischen propagierten Selbstverständnis und Geschichtsbewusstsein ist.

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